Pferd. 189
Schenkel sind dabey enge gestellt, und die un-tern Theile des Fußes gewöhnlich nach einwärtsgerichtet. Wird jedoch die freye Bewegung derLunge und das Einathmen der Luft dadurchnicht gehindert, und macht die fehlerhafte Stel-lung der Schenkel die Gange des Thieres nichtunsicher, so ist auch dieser Fehler mehr ein Ue,belstand für das Auge, ohne von wesentlichennachtheiligen Folgen für den Dienst und dieGesundheit des Pferdes zu seyn.
Eine zu breite Brust, die dabey noch zuviel hervorragend ist, nennt man eine Hahns-brust. Bey Pferden mit diesem Fehler sindetman die Schultern in demselben Maße dick,fleischig/ verwachsen, und, nach einem Ausdruck 'der Pferdckenntniß, mit fecren Muskeln bela»den, — ein Gebäude, das diese Thiere aus ver-schiedener Rücksicht mehr zum Zuge als zumReitdienste geschickt macht.
Von einem Pferde, dessen Brust so wieüberhaupt das ganze Vordertheil gegen das Ge-bäude des Hintcrtheils oder der Hinterhand zustark und zu vollkommen ist, sagt man: „es istvom Vordertheil ein Löwe und vom Hintertheilein Haasc." Ein Fehler, der das Thier zu je-der Dienstanstellung mangelhaft macht.
Bey Pferden, die ein Haarseil oder Lon-tanell an der Brust gehabt haben, bemerkt manöfters noch die zurück gebliebenen Narben; nachder letzter» Operation erzeugen sich sogar mehr-mahls Verhärtungen, die selten ganz zu hebensind.
Durch örtliche Verletzungen, besonders beySoldatenpferden, durch Bajonnetstiche und übelgeheilte Schußwunden, denen die Brust mit ammeisten ausgesetzt ist, bilden sich, jedoch die sel-tensten