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Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
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Pferd. 191

eines guten Reiters, der das Pferd ins Gleich-gewicht zu setzen versteht, bald verliert.

Ist aber eine fehlerhafte Bauart an dieserStellung schuld, so vermag die Kunst wenigdiejen Fehler zu verbessern. Pferde mit diesemMangel behalten, wenn sie auch Haltung aufihrem Hintercheil gelernt haben, einen kurzenund engen Schritt. Ihre Schenkel leiden nachder Schwere des Körpers und ihrer fehlerhaf-ten Bauart mehr oder weniger, ermüden in kur-zer Zeit, dringen dann in die Faust, und brin-gen den Reiter in die Gefahr zu stürzen.

Vorgestreckte Schenkel, die in einer vor-wärts gestellten Richtung Herablaufen, sind einsicheres Zeichen eines schon gebrauchten Pferdes.Bey alten Soldatenpferden, bey alten Jagdpfer-den, bey Postklcppern und dergl. findet man die-se fehlerhafte Stellung der Vorderschenkel, dieeine Folge ihres langen Dienstes ist.

Pferde, bey welchen die Schenkel gegendie Größe und Starke ihres Körpers eine der-hältnißwidrige Lange haben, nennt man Hochbei»Nlg. Ein Fehler, der nicht allein das Auge be-leidiget, sondern auch die mehresten Mahle vonnachtheiligen Folgen ist, da er die Thiere schwach,leicht ermüdend, und ihre Gange für den Rei-ter unangenehm macht. Mit Recht zahlt mandiesen Fehler unter die Erbmangel, obwohl Kli,ma, Nahrung und Aufenthaltsdrter vielen An-theil daran haben mögen. So findet man zumBeyspiel alle Thüringische Pferde, wenn sie auchnicht von einem hochbeinigen Hengste abstam-men, doch hochbeinig, sobald sie von ihrem frü-hesten Fohlenalter an auf den sumpfigen, nassenRiechen (Auen) dieser Provinz weideten.

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