Pferd. 19z
Wird die senkrecht herablaufende Richtungder Schenkel durch auswärts gebogene Knieunterbrochen, so sagt man von einem Pferdemit diesem Fehler: „es ist bockbeinig, oder ver-hcrgängig'" Gewöhnlich ist dieser Mangel eineFolge des vielen Dienstes, den man vorzüglichbey sehr gebrauchten Reitpferden findet. Jedochgibt es auch Falle, wo er erblich zu senn schei-net, wenigstens von den Voraltern des Thieresherzuleiten ist, wenn auch der Vater des bockbu»rügen Fohlens von diesem Fehler frey ist. Roß-lauscher verstecken diesen Fehler dadurch, daß sie, das Pferd durch die Sporen und die Peitschein einer steten unruhigen Bewegung erhalten,die den Käufer gn der genauen Besichtigungder Schenkel hindert. Pariren sie das Pferd,so stellen sie'es, indem es sich ausstrecken muß,so, daß es mit den Vorderschcnkeln höher alsmit den Hintern stehet, wodurch dieser Fehlerweniger ins Gesicht fallt.
Sind die Knie zuviel rückwärts gebogen,so nennt man sie eingebogene oder zurückge-bogcne Anie. Dieser Fehler ist dem erster»entgegengesetzt; ungeachtet er kein Beweis vonder frühzeitigen Anstrengung und dem vielenGebrauche des Thieres ist, so ist er doch vonweit nachtheiligeren Folgen als der erstere. Pfer-de mit diesem Fehler haben nie einen festen,sichern Gang; ihre Bewegungen sind gehemmt,da durch die fehlerhafte Richtung der Kniekno-chen die Beugesehne ausgedehnet, und die Aus-strecksehne zu sehr angespannt wird.
Um diesen Fehler zu verbergen, nützen be-trügerische Roßtäuscher den Vortheil, daß siedas Thier mit den Hinterschenkeln höher als mitden vorder» stellen; eine Stellung, die den Feh-Dec. rechn. Luc. LX. Theil, N l«k