Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
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Pferd.

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und entstehet daher, daß die Muskeln die Schul-terblätter zu fest an den Rippen halten, oderer ist auch eine Folge vom Alter, von übertrie-bener Arbeit und Strapaze, wodurch die Grund-fasern vertrocknen, hart, unbeweglich und steifwerden. Pferde, die auö der ersten oder zwey-ten Ursache zu wenig Bewegung in den Schul-tern haben, haben einen gezwungenen wenig räu-menden Gang, denn die Bewegung der sämmt-lichen Gliedmaßen des ganzen Schenkels geschiehtmit der Schulter so übereinstimmend, daß durch-aus eine unangenehme und fehlerhafte Bewe-gung des ganzen Schenkels erfolgen muß, so,bald diese keine angemessene Bewegungsfreyheit hat.

Bey sungen noch rohen Pferden darf mandie freye Bewegung der Schultern nicht erwar-ten, die man bey abgerichteten Pferden untereinem guten Reiter wahrnimmt, wozu sie nurdie Reitkunst geschickt macht. Alle diese nochungelernten Thiere tragen ihre Last zu viel aufder Vorhand; die Schultern sind nicht frey,nicht entbunden, da ihre eigene Schwere durcheine geschickte Ausübung der höhern Reitkunstnoch nicht ins Gleichgewicht gesetzt, und ihreSchultern beweglich und gelc.it>am gemachtworden sind.

Nicht selten findet man an den Schulterndie zurückgebliebenen Narben von einem Haar-seil oder Fontanell, — ein Zeichen, welches unSimmer mißtrauisch und vorzüglich aufmerksamauf die freye Bewegung der Schenkel machenmuß; da man diese Operationen in dieser Ge-gend gewöhnlich als Heilmittel steifer oder ver-schlagener Schenkel anwendet,— Gebrechen, dieman die wenigsten Mahle ganz zu heben imStande ist.

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