Widerspruch des Lambe c?u s. 10
um den Salzgries, wo in der Urzeit, ja noch in denRömertagen, der Donau Hauptstrom, wenigstens ihrstärkster Arm geflossen seyn soll? — Auf jeden Fall,nach römischem Kriegsgesetz und Kriegesbrauch, alsWarte und als Gränzhut, stand Fabiana auf einemHügel, an der Donau, geeignet, beyde, weithinvom Urwald gelichteten Ufer, Auen und Inseln zubeobachten.
Der Hauptstrom zog damahls, wie gesagt, woder heutige Wiener Arm, hart an den Mauern vorüber.
Ware aber auch der mächtige Fluß schon in jener Zeit inmehrere bedeutende Arme getheilt gewesen, so moch-ten diese wohl durch Thürme, Bollwerke oder Palli-sadirungen, wie sie die Kriegsordnung der Gränze vontausend zu tausend Schritten verordnete, hinlänglichbeobachtet werden und das Hauptcastell, der Mittel-und Sammelpunct der Stromvertheidigung etwas wei-ter rückwärts liegen, dominirend und nicht in der Nie-derung. — Denkwürdig bleibt immer, daß, wie schonder gelehrte Abt Magnus Klein bemerkte, noch in denTagen Rudolphs von Habsburg, auf den Höhen obdem Salzgries, der Fischerstiege und Maria am Ge-stade, ein altes, festes, wehrhaftes Haus, die V in-denburg, Vinidenburch sich erhob, gleichsamein redendes Denkmahl aus den Zeiten, wo die cel-rvgallische V i n d e n w o h n u n g, zum römischen V i n-dobona wurde? — Den eigentlichsten Platz, haben \
vielleicht die so oftmahls wechselnde Fluthen längst schonunterhöhlt und mehr und mehr, in ihr dunkles Grabhinabgezogen? — Vom linken Ufer, zeigt sich Wien,