66 Die große p a n n o n i sche Empörung.
land vermochten, sie vermochten es nur, weil sie e i-nes waren, Deutschland aber uneins.
Tiber sammelte die Legionen am äußersten EndePannoniens, an der Gränze des Norikums (Car-nunti, qui locus ab hac parte Nori-co proximus, sagt sehr charakteristisch Patercu-lus, exercitum , qui in Illyrico merebat, inMarcomannos ducere orsus est); Sentius Sa-turninus sollte, während Tiber bey Carnuntum,oder wahrscheinlicher bey Vindobona, über die Do-nau ging, durch das Land der Katten und durch denhercynischen Wald, Marbod in Flanken und Rückenbeschäftigen. — Schon stand Tiber dem Feinde nahe,schon hoffte er binnen wenigen Tagen, die Vereini-gung mit Saturninus , als auf einmahl die Schre-ckenskunde kam, die Flamme des Aufstandes loderehoch und hell empor in P a n n o n i e n und Dalma-tien, an 800,000 Streiter unter drey Häupternvon eben so großer Kriegserfahrung, als lechzendemRömerhaß , Bato, Pinnetes und einem andern Bato.— Alle Besatzungen, alle einzelnen Römer seyen er-würgt, die dem Feinde nächsten Gegenden verheertund während Alles, was Hände habe, den eignenHeerd mit verzweifelter Wuth zu wahren bereit stehe,werde eine andere Heersäule, alle Unzufriedene» inThrazien und Macedonien an sich ziehen, eine nochweit stärkere über die Mischen Alpen nach Italienvordringen!
Die Bestürzung kannte keine Gränzen. Augu-stus selbst kündete dem Senat: wurde nicht das Au-