Thüringer, Alemannen, H e r ule r. 65
seiner Kirche, Moderatus, nach der bedrohten Stadt:„in schneller Flucht sey die einzige Rettung." Raschfolgte dem ersten Bothen ein zweyter: „wer dieseNacht noch bleibe, sey verloren!" Die Bürger glaub-ten nicht. — Plötzlich in finsterer Nacht, waren He-ruler, Schyren, Turcilinger in den Strasien. VielVolks ward getödtet, vieles in die Knechtschaft ge-schleppt, die Stadt verbrannt, die Wehren zerbro--chen, Maximus, der heilige Priester, aus seiner Berg-hohle gerissen, seine fünfzig Gefährten über den Felsgestürzt, er selbst an einem Baum erhängt.
Die Scharen des Suevenbundes bedrohten nunauch Lorch, des Ufernorikums Hauptstadt. Severinmahnte vier Tage nach einander, fleißig auf Kund-schaft zu liegen und jegliche Habe hinter die Mauernin Sicherheit zu bringen. Am vierten Abend sendeteer einen seiner Brüder Valentin an Constantius denBischof zu Lorch: man solle die folgende Nacht jedeVorsicht verdoppeln. Ihm ward erwiedert: in allenRichtungen seyen Kundschafter ausgesendet und nirgendszeige sich eine Gefahr. — „Ist meine Warnung un-gegründet, so mögt ihr mich steinigen," sprach derMann Gottes und ließ nicht nach in seinen Ermah-nungen. Die Gläubigen verrichteten ihr Abendgeberhund man ging mir verstärkter Wachsamkeit an die Huchder Stadt. Da brannte plötzlich in geringer Entfer-nung von den Mauern ein großer Heuhauie, dacoberhoben die wehrhaften Bürger und die Wachen, dieNacht hindurch, großes Geschrey und Waffengerlirr, zuihrem Heil, denn zahllos steckten tue Feinde im Wald,Geschichte WieiiSBV. 3. Heft. 5