T h ü v i ii q e x, A leman „ e n, H e rule r. 67
U’r Unglücklichen. Schnöde fuhr Gisa ihn an : „Gehedoch 'hin, wo Dir herkömmst, Knecht Gottes! Mitdem, was unser ist, schalten wir, wie es uns ge-fallt !" Der Heilige, seinen Stab weitersetzend,warnte vor göttlichem Strafgericht und es erging nocham nähmlichen Abend.
Die Königinn Gisa hielt schon lange einige bar-barische Goldschmiede gefangen, auf das; sie ihr köst-liches Geschmeide machten. Deß waren sie aber langstingrimmigem Uberdrufse. Da liefdcs Feletheus und derGisa Söhnlein, Friedrich, hinein zu den Goldschmie-den , in knabenhafter Neugierde nach ihrer Arbeit.Ihn griffen die Goldschiniede: es solle ihm das Le-ben kosten, würden sie nicht augenblicklich in Freyheitgesetzt! Des königlichen Knaben Angstruf zog die Mut-ter herbey; sie zerriß ihre Kleider. „Rächt 0 Severin,Dein Gott, Dich so schnell und zwar in meinem Blu-te"? schrie sie, gab die Goldschmiede und auch die Römerfrey und sendete Eilbothen über den Strom zu Se-verin nach Fabianis , daß sein Gebeth den zürnendenHimmel versöhne.
Um dieselbe Zeit war außer Favianis Mauern,Alles unsicher durch die umherstreifenden Barbaren-horden, die Alles mit sich schleppten, was sie vonMenschen oder Thieren unbeschützt fanden. Weinendströmten die Bürger zum Manne Gottes hin und klag-ten den Raub und das Leid. Severin aber wendetesich fragend zu Mamertinus , damahls Tribun, nach-mahls Bischof zu Favianis, ob er Soldaten habe,die Räuber mit Nachdruck zu verfolgen? Der erwic-
5 *