70 Favi ana e i n S i tz d. k. B r ud e rs Friedrich.
denn zuschauen (antwortete Feletheus) daß das Volk,für das du bittest, den Alemannen und den Thürin-gern zur Beute werde, daß sie es todten mit demSchwert, oder in die Knechtschaft schleppen ? Hab Ichnicht selber Städte und Burgen, in denen es wohnenmag ?” — 0 . Severin sprach : warst denn Du es, >vares dein Bogen und dein Schwert, die dieses Volkbisher beschirmt? oder hat es die Hand des Allmächti-gen erhalten, um Dir zu dienen? — Nun dann o gü-tiger Kvnig , so verachte nicht meinen Rath und über-laste sie meiner Obhuth. Deine gewaltigen Scharen,würden sie vielmehr zu Grunde richten, als über-siedeln. In diese betrübten Zeiten, ein Helfer und einZeuge hingestellr, werde ich o König mein Gelübdelosen können. Ich werde Dir dieses Volk bringen !" —So zog denn auch alles Volk, unter Constantius demBischof von Lorch herunter mit Severin, der mit demRügenkönig für sie in Übereinkunft trat, daß sie ver-theilt wurden in Faviana und in die andern Städteund Flecken und in friedlicher und freundlicher Gemein-schaft mit den Rügen lebten. Aber S. Severin gingzurück in sein ältestes und größtes Kloster zu Favianis,unermüdel fortfahrend in Lehre und Weissagung, un-ter andern, wie daß alle Einwohner bald von hierHinwegziehen würden auf Römerboden, ohne der Knecht-schaft Bande zu fühlen.
Indem hatte sich in Italien Großesbegeben. Die zwölf Jahrhunderte warenverflossen, vorbedenket durch jene zwölf Geyer,die dem Romulus vorangeflogen! Seit Valentinians