74 Odoaker, König von Italien,
in den fürchterlichsten Nöthe» ein rettender Gott er.schienen, entschlief Severin sanft, unter Lobgesangender Seinigen.
Als König von Italien, machte Odoaker Ansprü-che auf Dalmatien, Norikum und Rhatien und be-zwäng das erstere durch siegreiche Waffen. RhätiensLooS kann kaum ungewiß seyn, da er um Norikummir solchem Ernst und solcher Kraft gerungen. DenRugenkönig Friedrich zu Fabiana, erschlug der jungeFriedrich, sein Bruderssohn, als Kind mit genauerNoch vom Mordmeffer der barbarischen Goldschmiedegerettet. Diese Blutrache kam Odoakern sehr gelegen.Er zog mit vielem Volk hinauf an die Wiege seinesGlückes, ins rügische Donauland (487). Feletheusund Gisa wurden gefangen und nach Italien geführt.Ihr Sohn aber, der Mörder Friedrich entfloh insnahe Pannonien, zu Theodorich, dem Könige der Ost-gothen. — Er fand ihn in mächtiger Rüstung, dennder byzantinische Hof hatte ihm schon den Wink nachItalien gegeben.
Solches vernehmend, sendete Odoaker zum zwey-ten Mahle Heeresmacht an unsere Donau, unter sei-nem Bruder Aonulf oder Wulfo und dem ComesPierius. Sie schleiften die festen Platze. Was römi-scher Abkunft und Zunge war, jedes Alters und Ge-schlechtes, nahmen sie mit sich über die Alpen in dasLand, aus welchem vor einem halben Jahrtausend,Drusus und Tiber, die römischen Adler, zuerst an dieDonau, nach Carnunt und Vindobona getragen. 12).
Severins theure Leiche, war von Odoaker aus-