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Dritter Band.
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191
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Einlaß in seine Stadt und Burg. 191

Friedrich dadurch beruhigt, verabschiedete seine Söld-ner. Da er sie nicht bezahlte, wurden sie Räuber, leh-deten die Wiener, nahmen die Fechsung,von welcherdiese das ganze Jahr leben sollten, nahmen das Zugviehund die Herden, verwüsteten die Weingarten, ließendie Fässer ausrinnen, fingen , schabten, folterten,ja mordeten die Bürgerund ersättigten sich jeder Bos-heit. Dieß sind die eigenen Worte des Klagschrei-bens der Wiener an Friedrich, der aber nur von derStadt zuerst 6,000, dann ?,ooo Gulden foderte,die Söldner zu bezahlen, weiters aber nicht wehrte,noch half. Ein kleiner Funke reichte nun hin, die un-ter der Asche liegende Gluth zur hellen Flamme an-zufachen und dieser Funke blieb nicht aus.

Unter dem, Wiens ganze Umgegend zur Räu-berhöhle umstaltenden Gesindel, war auch ein bekannterllnhold gefangen worden, der an einer ehrbaren Bür-gersfrau Gewalt geübt. Man weiß nicht, aus welcherUrsache ihn Friedrich dem Rächerarm der Gerechtigkeitzu entziehen suchte? Des Rathes Weigerung erzürnteden Kaiser zur Unzeit so sehr, daß er ihm des Blut-bannes uraltes Vorrecht wegnahm. Dagegen Ver-geltung zu üben, griff der Rath auf das llngeld undauf die übrigen landesherrlichen Gefalle in der Stadt,mies des Hofes Freunde aus dem innern und äußernRath, verging sich sogar gegen zwey Räthe des Kai-sers, kündete ihm den Gehorsam auf und sendete ihm, amErchtag nach Michaeli ( 5 . October) einen förmlichen Ab-sagebrief, worin die Wiener sehr schmerzvoll betheuerten,wie ungern sie dazu kämen, in welches Unheil sie ohne