Band 
Vierter Band.
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D i e Bruder und die Heuchler.

ben es erlebt, daß an der Wiege der Freyheit, daßim schweizerischen Hochgebirg, Gemeinden einandervor Gericht der Verleumdung ziehen, weil eine dieandere patriotisch genannt und wer möchte nichtFreymuth und Freygebigkeit abschwören, wenn sie ihmdas zweyschneidige Lob liberaler Gesinnung imGeiste des Tages zuziehen! — Der Bürgermeisterschlug auch vor und setzte durch, daß verläßliche deut-sche Söldner zur Bewachung der Stadt ausgenommenwürden. — TagS daraus versammelte sich Alles aufder Schule bey St. Stephan und der Arzt und Raths-herr Kirchheimcr verwirrte die Gemüther neuerdingsdurch absichtlich erregten Verdacht, Albrecht sey nichtnatürlichen Todes gestorben, mit dem boshaften Zu-sätze, dieß Gift möge wohl eben der Quelle entströmtseyn, an welcher erst vor sechs Jahren, ihr junger kö-niglicher Herr, Ladislav, so plötzlichen Tod gefun-den. — Die Wiener hatten wahrend des unseligenVormundschafcszwistes, wahrend der Uneinigkeit derdrey Fürsten, inmitten aller Grauel des Faustrechtesund der Selbsthülfc und einer völligen Gesetzlosigkeit,Friedrichen durch Jahre die Treue bewahrt, so fernesie nur immer mit der eignen Erhaltung vereinbarlichwar, so ferne er sie nicht selbst durch beständig wech-selnde Vertrage mit Albrecht und Sigmund darin be-irrt und an jene verwiesen hatte. Aber es ist der mensch-lichen Schwachheit fast unmöglich, bey demjenigenauszuharren, der sich selbst verlaßt! Noch nachAlbrechts Tode erlitt die Stadt großes Unheil vonden Söldnern , die er nicht bezahlt, von seinen Glau-