46 Wiens 2. Belagerung durch Mathias.
griff auf Italien schließen wollte, daß die Landungder Türken, Rom und Neapel in Schrecken setzte undMathias seinem Schwiegervater, König Ferdinand,einen bedeutenden Heerhaufen zu Hülfe schicken muß-te, nur dieses vermittelte eine neue kurze Waffenru-he von Anfangs May bis Ende Juny 146, zu Wienabgeschlossen. — Mohameds in eben diesen Tagen er-folgter Hintritt und seiner Sohne unkluger Zwiespaltgönnte den Ungar» von jener Seite Ruhe. — DasSalzburger Kapitel nahm Schweizer in seinenSold, die nach vielen Unthaten von den verzweifeltenBauern unter des Liechtenstein Anführung bis auf ei-nige wenige Unglücksbothen erschlagen wurde». DieUngarn streiften bis vor Linz und brandschatzten St.Florian. Des Kaisers Hauptleute plünderten und ver-heerten mit den Feinden um die Wette. Am 27. April1461 hatte Friedrich Wien zum letzten Mahle gese-hen. Viele Edle geleiteten ihn. Seine Abreise lagwie Gewitterschwüle drückend auf allen Gemiirhern.Er ging nach Neustadt, floh, wie in der Folge dieGefahr naher rückte, nach Linz, nach Gratz, endlichnach Innsbruck, wo er den Schmerz erlebte, daß derihm jederzeit abholde Vetter Sigmund, seine Lieb-lingstochter Kunigunde wider sein Wissen und Willen,dem Bayerherzog Albrecht vermahlte und die Vorlan-de und Tyrol als Morgengabe und Schuldenpfand anBayern verschrieb. — Ungarische Besatzungen in dieStädte und Schlösser aufzunehmen ward ein allge-meines Gesetz der Nolhwehrr gegen die mehr alsjemahls furchtbaren Rauher. Im October 1462 ßel