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Vierter Band.
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52 Wiens 2. Belagerung durch Mathias.

Unterhandlung, aber es drang die Verzweiflung derBürgerschaft durch. Sie drängten sich aufs Rathhaus(i 3 . May.) Die Prälaten von den Schotten, vonSt. Dorothee, die andern geistlichen Vorstände, derRector der Hochschule, Meister Lorenz Frohmannmit den Decanen und Doctoren, der Offizial desBisthums, traten zusammen und horten die kläglicheRede des Bürgermeisters Stephan Oen mit der Bitteum Vermittlung bey dem König, der den Gelehr-ten nichts abschlage und ihnen zu Liebe, seinen Zorngegen die Stadt gewiß besänftigen werde. —Der Ma-gistrat der Hochschule wendete sich nun an den eigent-lichen Vertreter des Kaisers, an den Fiskal DoctorJohann Keller, der in dieser verzweifelten Lage dasganze Füllhorn der Maulwurfsweisheit umstürzend,den Bescheid gab: „er könne der Bürger Wünschen un-möglich entgegen seyn, nicht befehlen, was sie zu thunvorhaben, eben so wenig verhindern. Er erwarte sogut, wie der erste und letzte, die Gefahr auf seineignes Haupt. Dem allgemeinen Verlangen nachzuge-ben , könne kein Vergehen seyn."

Am 14. May um 6 Uhr früh Morgens, beriefder Rector neuerdings den Rath der Universität unddie in drey Parteyen gespaltenen Bürger: ob die Uni-versität und die Prälaten, bey Mathias als Vermitt-ler für die Bürgerschaft auftreten könnten und soll-ten % ob und welche von der Hochschule abzusendenseyen , den König zu versöhnen und ob in den nachfol-genden Unterhandlungen, der Lehrstand mit der Bür-gerschaft, als vollkommen gleicher Theil auftrete» könne?