D i e Reformation. 167
vrsachen zü einer meereren freyheit suchen wolt: dannsy erkennen / das vns die Vergebung der fünden / indemwaren einfältigen glauben/ allein durch das leyden vndverdienst Jesu Christi eruolg, vnnd das wir alsdannzü dancksagung solicher hohen gnaden/ mir gantzemhertzen von allem sündtlichem laben abstön vnd in rech-ter büßuertigkeit/alle gütte werck/ auch gegen E.K. M t. mit l e yb vnnd gut alle willfarige ge-horsam zethun schuldig."
Bey solcher Gluth unter der Asche konnte der Luftzugzum Auflodern unmöglich ausbleiben. Die vorzüglichzum Bau der Peterskirche über jedes Maß getriebenen,jede Sittenlehre zerstörenden A b l a ßv e r st e i g e r u n-gen gaben ihn und die alte Feindschafr der Do-minikaner und der Augustiner. — Der AugustinerMartin Luther, Lehrer zu Wittemberg griff dasUnwesen des Dominikaners Johann Tetzel (1617) mitMurh und Kraft und noch zur Zeir mit solcher Beschei-denheit an, daß er sich an dieser Tugend für sein gan-zes übriges Leben erschöpft haben muß. Marimilianerlebte den Ausbruch nicht mehr. Als die Dominika-ner eine Verdammungsbulle bewirkt und der auch inWien wohlbekannte Johannes Eck von Jugolstadt, sienach Deurschland gebracht, verbrannte sie der kühneLuther öffentlich vor dem Thore zu Wittenberg. (10.Dec. i52o) Der Papst that ihn nun in den Bann,Carl V. beschick ihn uncer freyem Geleite nachWorms, wo er auch im April i 52 i erschien, denWiderruf verweigerte und vor der hierauf gefolgteuReichsacht, auf der Wartburg eine heimlicheFreyftatte fand.