Der alte Salm und seine Helden. i85
Pernste in, der reiche und mächtige Landeshauptmann/sie kamen aber dennoch zu spät. Zu spät schwammen dieReichstruppen unter dem Pfalzgrafen Friedrich die Do-nau herunter. Ganze Strome von Flüchtlingen ka-men ihnen an den Ufern fammernd entgegen. So lan-deten sie zu Krems / wenigstens die Gegenden am linkenDonauufer zu bedecken vor dem Graul der Verwüstung/den Mihal Oglu am rechten Ufer allerwärts verbreitete;durch den Wienerwald und über den Wienerberg, (mitUmgehung der geschlossenen Orte) bis an die Enns undbis zu den Alpenhirten der obern Steyermark trug.Von Osman, dem Stifter des Reiches an, war imGeschlecht der M i h a l O g l u s der Oberbefehl erblichüber jene furchtbaren Würgengel der Streifkorps,A k i n d s ch i s, bey den V e n e d i g e r n, S c r a d i o-ten genannt. — Zum großen Glück der Stadt ge-lang es dem tapfern Freyherr» Hektor von Reischach,seine 3ooo Fußknechte von der Fischa her, noch indie Stadt zu werfen. Eine auserlesene Heersäule ausOberungarn eilte über Tyrnau und Preßburg, durchsMarchfeld herauf; an ihrer Spitze derjenige, dem Fer-dinand in so großer Noth die wichtigste und letzteVormauer des gesammten deutschen Vaterlandesvertraut hatte, Graf Niklas Salm, oberster Feld-hauptmann der österreichischen Lande; in seinem 71 .Lebensjahre, gleich einer Erscheinung aus der Patri-archenwelt, noch immer von riesiger Kraft und Ge-stalt und selbst ein Bürger Wiens. Sein Haus standgegen das Ende der untern Bräunerstraße unferne St.Dorothe, wo er begraben seyn wollte, neben den Hof-