Band 
Vierter Band.
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Fortschritte der Reformation.

natürlich, daß diese unbändige Lüsternheit zu lose»/zu zerreißen und umzuwerfen, ganz unbekümmert, wiewieder geheilt und verbunden und welcher neue Bauan des alten Stelle geführt werden solle? die Refor-mation und ihre Vordermänner zu trefflichen Werk-zeugen jedes ehrgeihigen Planes, zum Grund - undSchlußstein eines heillosen politischen Angriffssystemesmachen mußte, das die Nachbarstaaten durch sich sel-ber schwächte und zerfleischte, das die Neuerer, dieman daheiin enthauptete und verbrannte, im fremdenLand, zur offenen Empörung wider den eignen Herrnunterstützte! — Unter den Verfechtern der Reforma-tion waren aber auch nicht wenig edle und muthigeMänner, voll gerechten Zornes und heiligen Schmer-zeus über die eingeriffenen, unläugbaren Mißbrauche,aber leider allzurasch, allzuempfänglich für neue undschimmernde Ideen, das wirkliche Gute über einem er-träumten Bessern wegwerfend und sich in eine Zeit träu-mend, wie sie n i e w a r und nie seyn w i r d, des Bal-kens im Auge der Zukunft vergessend über der Unge-duld ob dem Splitter im Auge der Vergangenheit undGegenwart. — In unglücklicher Selbsttäuschung undverwegener Ohnmacht, hielten sich viele kaum mittelmä-ßige Kopfe, wie sie sich nur einmal über Glauben und Ge-horsam hinweggeschwungen, zur Deutung und Lösungvon Fragen berufen, für die der menschliche Geist sichschon oft für unzureichend erklären mußte. — D i e Phi-losophen (sagt der schweizerische Tacitus) fandenes von jeher bequemer, neue Staatssormen zu er-