Fortschritte der Reformatio». »3
finden, als sich i» die schon bestehenden e i N-z u st u d i r e n und über Abhülfe und V e r-vollkommnung nachzusinnen. — Mit ihren, desLichtes der Erfahrung beraubtenSpeculatione» geht es wie mit den Wirbeln desDecartes. Man verwirrt sich um so heilloser/ je tieferman sich hineinläßt! — Unbestreitbar war jene Ab-laßversteigerung , wider die Luther zuerst sein Donner-wort richtete, aller Sittenlehre grundverderblich. Den-noch blieb sie als ein vorübergehender arger Mißbraucheohne so tief eingreifende, ohne fortwirkende Folgen.Ganz anders die sogenannte Freygebung der Gedan-ken, die Selbstprüfung des Glaubens, in deren Fol-ge Alles in Gährung und Unruhe hin und her wogte,und wie im Staat und Kirche so auch beynahe in je-dem einzelnen Hause, Spaltung und Zwietracht war,und was Gott und die Natur verbunden, Ältern undKinder, Gatten und Brüder sich nicht selten feind-lich gegenüber standen. — Kurz vor Ferdinands Re-gierungsantritt begann die Reformation und beynahedurch ein halbes Jahrhundert hielt er in Wien undÖsterreich, ihre wildesten Zuckungen nieder. Er durf-te im Abschiedsbrief an seine Sohne rühmen, seineUnterthanen bisher vor >enem Unheil bewahrt zu ha-ben: „wie leider seithero im heiligen reich und keuc-scher Nation, wo R el igio n und Glauben ge-fallen, Gottesdienst, stifft, khirchen und khloster z e r-stert, alle ketzereyen über handt genommen, dieKrucisirbilder gestürmt, die sacrament und heiligenveracht, desgleichen die guten werckh und gucrcn