Fortschritte der Reformation. 29
lich in Klöstern und unter den allezeit ueuerungssüch-tigeu Bergknappen. Darum herrschte auch, im Ver-hältniß zum übrigen Deutschlande in diesen beydenLändern, eine glückliche Ruhe. Ja die Künste such-ten und fanden eine schirmende Zuflucht am Hof Erz-herzogs Ferdinand, des Gemahls der schönen P h i-l i v p i n e W e l s e r und Gründers der A m b r a sse rWaffen-Kunst - und Wunderkammer, also daß selbstdas reiche Wien damahls weit zurückstand hinter
dem, so viel geringern Innsbruck und seinem gol-denen Alter. — In der That war der Friede kaumirgend mehr zu finde», wo die Fackel des neuen Lich-tes hingedrungcn. Die Treue war überall durch unddurch erschüttert, wo der "Verstandesfanatism alleGrundpfeiler der Religion und des Gehorsams losge-rüttelt hatte und welches Haus konnte den Neuerernwohl verhaßter seyn, als das Kaiserhaus, des altenGlaubens und der alten Ordnung standhafter Vor-fechter?
Es ist nöthig, eine schon mehrmahls ausgespro-chene und dennoch (Zeuge der täglichen Erfah-rung ,) nie genug beherzigte Wahrnehmung zuwiederhohlen. — „Die Begriffe und die Richtung sei-lt es Jahrhunderts in längst verflossene Zeiten hinü-berzutragen, ist der Irrthümer reichste Quelle," sprachder unsterbliche Verfasser des Geistes der Gesetze,vvllkräftig anwendbar auf die Zeit, von der wir re-
den. — Jetzt freylich, wo der verheerende Sturm,nach Strömen Blutes und beynahe zweyhundertjähri-ger Verwirrung längst ausgetobt hat, wo die damahls