Band 
Vierter Band.
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Erzherzog Ferdinand. 63 ,

fel sehr behennde wieder auf: „man vertreibt ja nitdas Haus, sonder» nur den so ybel regiert undtyranni-sirt!" Das, man für so heilige Zwecke ohne weitersauch den Erbfeind der Christenheit aufregen möge, istihm ganz klar: „wir haben alle nur einen Gott,der ist auch derHeiden Gott, und erhalt die Tür-ken wie die Christen, damit wir uns schützeuwider die Papisten!" *).

Es war eine nicht zu erwartende Gunst des Schick-sals, daß Ferdinand noch bey Mathias Lebzeiten zumThronfolger in Ungarn und Bohmen erwählt und ge-krönt wurde. Die ihm in Linie und Grad vorgehendenErzherzoge Map und Albrecht verzichteten zu seinenGunsten. — Es ist seltsam, daß kein Fürst des Hau-ses, ja außer seinen Gemahlinnen, Kindern und näch-sten Umgebungen, Niemand ihn liebte, so mild undwohlthätig er auch im Privatleben war. Alle aberfühlten, einstimmig der einzige Ferdinandseyder herannahenden, für Habsburg auf immer entschei-denden Katastrophe gewachsen, e r sey der einzige festeAnker im brüllenden Sturm. — Seine Gaben warenvielleicht nur mittelmäßig, er war kein Kriegesfürst,(die Soldaten sahen ihn ein einzig Mahl vor Cani-fcha im Lager, ohne Gelegenheit zum Ruhm), aberCl ' war ein Held in der Treue gegen das, was er

') Alles wörtlich aus der Relation der evangelisch-österreichi-sche» Stände an Mathias, gedruckt ibio, a»S der soge-nannten böhmischen und anhaltischen geheimen Kanzlcy, inRa u p ach s evangclischein Österreich und bereits angeregtbey Schmidt, K u r j und Ho r mayr>