Band 
Vierter Band.
Seite
114
JPEG-Download
 

u4 Die Jesuiten.

stücklung zu retten und Österreichs übermüthige Wi-dersacher zu demüthigend!

Binnen einer 47jährigen Regierung muß vielgeschehen, weil die unaufhaltsame Zeit immer neukWellen und Wogen bringt. In dieser Hinsicht istauch in und um und mit Wien viel geschehen,wenn auch eben nicht planmäßig für Wien.

Zu Wien vermochten die Jesuiten unter Leo-polden noch mehr, als unter dem zweyten Ferdi-,1 a n d. Welches Gegengewicht gegen den politischenProtestantismus sie gewesen, zeigt am besten dieWuth, mit welcher dieser ihre Vertreibung stats seineerste Angelegenheit seyn ließ und aus den heftigenAngriffen auf die Jesuiten und auS ihrer Vertheidi-gung geht eigentlich keine andere Schuld hervor, alsdaß sie mit unbeugsamer Festigkeit in ihrem Lauffortgeschritten seyen. Der Cardinal Dietrichstein wag-te es nicht, sie sogleich wieder in Mahren einzu-führen ; er wählte den Mittelweg, die Vater derfrommen Schulen aus Italien zu berufen. Wennman den Jesuiten vorgeworfen, sie hätten nie einenwohlüberlegten Plan aufgegeben, so ertheilte manihnen ein Lob, von dem zu wünschen wäre, man konn-te es allen Regierungen nachsagen. Nur dadurchist Rom ewig! Der Vorwurf ist alt, aber immer noch«nerwiesen, sie hätten gerathen, von Usurpatorensich auck durch Blut und Waffen zu befreyen und Ty-rannen oder Feinde der Kirche zu todten. Allerdingshat das mißgcdeutete Beyspiel mancher Patriarchenund Heroen des alten Bundes schwärmerische Ge-