Band 
Vierter Band.
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Der Großw e s s i r Kara Musta pha. i55

Sonst waren die Türken, zumahl die Asiatenmeist spar im Felde erschienen und eben so zeitlich riefsie der Winter aus demselben zurück. Kara Mustaphahatte den Herbst und den Winter an des HellespontsUfern so eifrig bcnützt, das; er schon in der Hälfte desApril Constantinopel verlies; und in den ersten Ju-niustagen an der Brücke von Effck seinem Heer desgroßen Suleyman Gedächtnis; erneuerte. Freude-trunken trat ihm der Tokoly entgegen und empsmgaus seiner Hand^das Schwert, die Fahne und denKalpak als Fürst von Ungarn. Er rieth dem Wessir,sich zuerst zwischen dem Granflusi und der Waag fest-zusetzen , wo das wichtige Neuhäusel schon türkischwar, Raab mit aller Macht anzugreifen und zu neh-men , es koste, was es wolle und erst nach dieser Stü-tzung beyder Flanguen, aus Wien selbstloszugehen.Der Wessir aber wies den überklugen Rath spöttischvon der Hand, sich selbst noch viel klüger dünkend , daßer diese Schlinge rasch erschaut und zerrissen, die ihmTokälys Ehrgcitz gelegt, der einzig und allein darandenke, daß Ungarn ihm erobert und gesichert wer-de! Falle Wien, so fielen mir ihm auch Raab, auchKommorn und Prefiburg. Daß dies,mahlige, ungewöhn-lich schnelle Erscheinen im Felde, das unzuberechnendeÜbergewicht des Zuvorkommens, der Überraschung,der Übermacht müsse so weit als nur immer möglichverfolgt werden! ^

Alle Umstände wohl erwogen, war Kara Mu-stapha's Wille keineswegs, >vie man ihm bishcr-allgemein vorgeworfen, der tolle Einfall eines