Wiens Auslauts. ,65
gerschaft schwuren tiefbewegt, für ihr theures Herr-scherhaus, für das Heil der Christenheit, den letzcenBlutstropfen aufzusetzen. -- Sonach erfolgte dannum 6 Uhr Abends in dumpfer Stille, 200 Mann vonder Stadtguardia zur Bedeckung, die Abreise desHofes über die Brücke» nach Korneuburg, wo man,bey der entsetzlichen Verwirrung und bey der Verspä-tung aller Bagagewagen, der jungen Herrschaft kaumEyer genug für den Hunger auftreibe» konnte. Diedunkle, schwüle Sommernacht war furchtbar gerothetdurch die gegenüber vom Kamaldulenserkloster auf deniKahlenberge auflodernden Flammen. — Bis überLinz setzten kecke Tatarenschwärme (wohl nicht ohnegute Anweisung von Tokoly?) dem fliehenden Hofenach, Gottlob! vergebens.
Des Kaisers Anwesenheit schien noch ein matterHoffnungsstrahl durch die Nacht des allgemeinen Jam-mers. Der aber brach über alle Dämme, wie des Ho-fes Abreise kund geworden. Das allgemeine Hin-undWiederrennen, Retten und Flüchten führten in derkurzen Frist eines halben Tages über 60,000 Men-schen aus dem Thore. Viele vom ersten Adel setzten>>ch in ihre Wägen und fuhren, wie sie gingen undstanden, davon. Reiche Bürgcrsfrauen überluden ihreWägen, übertrieben die Pferde und als diese gefal-len, sielen sie mit ihren unmündigen Kindern undüberreicher Beute in Feindeshand. Durch 6 vollestunden ging ein Wagen »ach deni andern über dieDchlagbrücke. Niemand hatte geglaubt, eine solche^Hl von Pferden in der Scadt zu sindcn. Diesen!
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