jg8 Die Schlacht des Entsatzes.
the in ihren Gczelten und in den Kellern und Ruinender Vorstadthäuser auf, gleich als wären sie nicht Be-lagerer, sondern die Belagerten! Starhemberg be-antwortete jeden Versuch des Parlamentirens nur mitKanonenschüssen, er gönnte durchaus keine Waffen-ruhe, die Tausende von Todten zu begraben und stäub-te die Türken bey diesem Geschäfte augenblicklich durchdas heftigste Feuer aus einander.
Den Entsatz vom Wienerwalde her erwar-tend, ließ der Großweffir am 9. Sept. früh alle Trup-pen über den Arm aus der Leopoldstadt zurückkehrenund umgab sich mit einer auserlesenen Leibwache. Gan-ze Reihen von Gezelten tauchten auf einmahl nieder,die Tausende von Kamehlen und Maulthieren wurdenbepackt und abgeführt gegen den Wienerberg auf dieStraßen gen Lapenburg und Neustadt. Sein Prunkge-zelt schlug er bey der Spinnerinn am Kreuzeauf. Doch änderte er noch denselben Abend seinen Ent-schluß, ließ die Stadt mit der größten Anstrengungängstigen, einen bedeutenden Theil des Heeres gegenden Kahlenberg vorrücken und auf den Höhen vonGrünzing aufstellen. Wo der Feind herkomme unddaß es ihm Ernst sey, Wiens Rettung auf die Wür-fel einer entscheidenden Schlacht zu setzen, darüberschien jetzt wohl kein Zweifel mehr. Er berief die miß-vergnügten und mißhandelten Paschas, Agas und Beyszum Kriegsrath in sein Gezelt. Wie jederzeit in sol-chen Lagen, waren die Meinungen sehr getheilt, undfast nicht Einer sprach, wie erdachte. Der Pascha vonOfen wollte die Belagerung sogleich aufheben, die