236 Der spanische Erbfolgekrieg.
digung der Thronen Spaniens und In-diens , beyder Sicilien, Maylands und der Nieder-lande durch das Erloschen der spanischen Linie Habs-burgs mit dein täglich mehr hinwelkenden Carl II.
Wen» in diesem Fall und bey solch gänzlicherUmwälzung allee Macht - Verhältnisse, vom Rechtallein hätte die Rede seyn können, so war wohl jenesLeopolds auf biege sa m m t e spanische Erbschaft un-bestreitbar. — Daß/wäre Carl V. in der Kindheitgestorben/ sein Bruder Ferdinand ihm gefolgtwäre / würde wohl Niemanden anzufechten einfallen.—>Eben so klar war, daß in die Stelle der erloschenenLinie Carls (der spanischen,) jene Ferdinands (diedeutsche) nach dem Repräsentarionsrecht eintrete. Al-lein alle Mächte erhoben sich'dagegen/ daß all'jeneDiademe auf einem einzigen Haupte von Habsburgvereiniget würden. — Leopold hatte das Re ch t fürsich / Ludwig die Macht. Jener that g a r nichtsund überließ die Entwicklung seinen Feinden und demZufall. Ludwig setzte Alles dafür in Bewegung.
Einer der ersten Helden von Wieii/ von Mo-hacz/ von Ofe»/ von Belgrad / des Kaisers Schwie-gersohn / M a x E m a n u e l K u r fürst v o n B a y«ern, wurde nun Frankreichs gefährlichstes Werkzeugwider ihn. Am 29 . Oct. 1692 hatte ihm seine Ge-mahlinn, die Erzherzoginn Antonia zu Wien den Kur-prinzen Joseph Ferdinand geboren. Dieser verdrängtezuerst seinen Großvater Leopold von der spanischenThronfolge. Carl II., dem Nichts so verhaßt war.