Der großen Fürstinn Tod. 47
war sie nicht, weil kein Mensch es ist; aber diesewaren ihrer Erziehung zuzuschreiben und ihren Schick-salen. Noch als Großherzoginn von Toskana war siein der ernsten Umgebung ihres Vaters, in Stille undEinsamkeit, oder im engen Zirkel dienstbarer Frauen,hinter den Schranken der spanischen Etiquette, undtrat nun plötzlich aus solch' schimmernder Abgeschie-denheit, mitten in Noth und Gefahr eines wildbe-wegten Lebens und bestieg den glänzendsten Thron,aber auch den wankendsten. Wie konnte sie dem un-vermeidlichen Loos der Könige entgehen, sich oftmahlsin den Menschen zu irren, in ihrer Fähigkeit und inihrer Treue? — Wären Eugen und Loudon jezu uns gekommen, wenn Ludwig XIV. und Frie-drich n. (die Tongeber des Jahrhunderts nanntenjenen den großen, diesen den einzige n) sie nichtin einem kaum begreiflichen, aber schwer gebüßten An-fall frivoler Laune, geringschätzig von sich gewiesenhätten?!
Kaum war sie in Ungarn gekrönt, als Sinzen-dorf ihr Beweise vorlegte, daß ihre Feinde schon einstummes Werkzeug gefunden hätten, sie aus dem We-ge zu räumen! Sie horte — schwieg und zeigte sichnoch öfter, noch zugänglicher als sonst.
Nach der Schlacht bey Liffa erboth sich ein, vonFriedrich mißhandelrer Officier aus seiner nahen Um-gebung, sie von diesem, ihrem gefährlichsten Gegnerfür immer zu befreyen. Wetteifernd mit ihren AhnenRudolph und Friedrich dem Schonen, die gegen Otto-