48 Der großen Fürstinn Tod.
kar und Ludwig den Bayer, ein Gleiches gethan, be-fahl sie ihrem Kaunitz, Friedrichen zu warnen.
Als Gattinn, als M u t t er, war sie die ersteihres ganzen Volks. Ihren Töchtern dasselbe häusli-che Glück zu verschaffen, dünkte ihr keine Unterhand-lung zu langwierig, kein Opfer zu groß. Auch an denErwachsenen bildete sie noch, (sie konnte sich es nichtversagen, Joseph, den Kaiser manchmahl über Klei-nigkeiten zu belehren,) auch die Entfernten ließ sienicht aus ihren mütterlichen Augen. Nach Paris, nachNeapel, nach Parma, gingen regelmäßig alle drey Wo-chen Kuriere, die eigenhändige Kunden mitbringenmußten, von ihrer Töchter Wohlergehen, ihrem Thun,ihren Kindern und lag eine dieser Fürstinnen in Wo-chenbetten, so mußte durch alle neun Tage ein Kurierabgehen. — Mutterliebe und Stolz auf die Würdeund Hoheit des Erzhauses waren die Grundtöne ihresHerzens.
Festigkeit in ihrem ganzen Wesen, Entschlossen-heit und Eonsequenz in all' ihrem Thun, machtendenpublizistischen Ausdruck der Ungarn: „unser KönigTheresia" zur psychologischen Wahrheit — und wieHamlet von seinem Vacer : „sagt Alles n u r in Al-lem : er war — ein M a n n !" so denkt noch Jedervon Theresien: das war eine Frau, das wareine Herrscherinn!