55
öffentliche Anstalten.
wieder bis Mariabrunn begleitet. Eine Marmorplatteob der dortigen Kirchthüre verewigt den rührenden Ab-schied. Auch wurde» auf das denkwürdige Ereigniß gol-dene und silberne Münzen geprägt. — Am 5. Aprilerschien das Geboth, künftig nie niehr i» den Kirchenoder Grüften zu begraben und der Befehl, die Leich-name in den Särgen zur Beschleunigung ihrer Ver-wesung mir Kalk zu bestreuen. — Am 14 . und 16 .April gab der französische Bothschaftcr Baron Bre-teuil, zur Feyer der Geburt des Dauphins, einenprachrigen Maskenball im Liechtenstein'schen Pallasti»der Roßau und ein Feuerwerk im Prater, wobey vondrey Seiten eines andern Gelüstes verschiedener Wein'rann und Brot und Braten unter die unzählbareMenge ausgeworfen wurde. — Zm May erstandenzwey neue Tonaubrücten; die eine bey der Roßaunach dem Aug arten, zur Verbindung mit der Leo-poldstadt, die andere bey den W eisigärb er» gegenden Prater und die Hauptmauth, vorzüglich für dieschweren Güterwagen, d.ein eine neue breite Strasiedurch die sogenannte Holzgestätte. Das Alleensetzenum die Sradc ging mit Eifer fort und im Juny crsiosidie zeither oft wiederhohlce und doch nur mangelhaftbefolgte Verordnung gegen den (in den Wiener Tod-tenzetteln eine so große Rolle spielenden) Staub täg-lich zwey Mahl, vor allen Häusern in der Stadtmit Wasser aufzuspritzen.
Am 4. Oct. kam der Czarewitsch Paul mit derPrinzessinn Elisabeth und dem Herzog Ferdinand vonWürtemberg von seinen Reisen wieder in Wien an.