Band 
Fünfter Band.
Seite
72
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72 Verboth aller ausländische» Waaren.

sten wurde die größtmögliche Bevölkerung als höch-ster Grundsatz der Staatsweisheik gepriesen, aufVer-theilung aller großen Kräfte (mitunter durch Aufhe-bung der Fidcicommiffe und Majorate) auf eine a b-svlute Cvneurrenz, auf Aufhebung der Na-tu raldienste und Verwandlung der eigeiltlichenLand wirthschaft in G e l d w i r t h s ch a f t hinge-arbeitet, die Zwangsvorschrifcen bey Z ü n f t e n, In-nungen und Handwerken, alle der Reihe nach aufge-hoben ; eben so die vermeintliche Mackel der uneheli-chen Geburt und gewisser, gleichwohl unentbehrlicherBeschäftigungen. So sehr nun der Geist der jose-phinischen Verwaltung auf Lösen des Alten und Raum-geben für eine neue Welt hinaus ging, trachtete derKaiser gleichwohl die inländische Industrie durch ei-nen raschen Machtspruch gegen die ausläitdische unddurch ein strenge gehandhabtes P r o h i b iti v sy ste memporzuraffen. Ander Neige des Jahres 1764 ergingdas Verboth der Einfuhr aller Fabrikate und vielerroher Erzeugnisse des Auslandes. Joseph selbstschickte die ausländischen Eßivaaren und fremden Wei-ne der Hofküche und des Hofkellers in das allgemeineKrankenhaus. Die Putzsucht, die Wuth für das Aus-ländische, die Ebbe und Fluth der Modethorheiten,überlieferten manche Contrebande und sie wurde (nichtwie sonst) öffentlich verkauft, sondern öffentlich aufdem Glacis verbrannt. Ganz natürlich schrie dasAusland gewaltig darüber, daß Österreich ihm nichtmehr wie bisher mit einem nicht unbedeutenden Theilseines numerären Reichthumes, Jahr für Jahr tribu-