36 Bombardement u it b Kapitulation.
Gedränge vor den Läden und Bänken war groß; währendder ganzen Nacht harrten die Armen dorr, deS kom-menden Morgens, auf Gaffen und Plätzen. Der Platz-commandant, Brigadegeneral Baron Razouc, erließeinverständlich mit dem Magistrate ein O.uarrierre-glement. — Die landesflirstliche Hofcommission, wel-cher bis zur Einschließung Wiens der Minister GrafChotek, später aber der Appellationsprasident Ba-ron Woher vorgestanden, wurde ausgelost und dien. o. Regierung unter dem Grafen Bissingen tratan ihre Stelle. Sie sowohl, als die ihr unterste-hende Stadthauptmannschafr amtirten in der böhmi-schen Kanzley in der Wipplingcrstraße. — An un-ruhigen Auftritten fehlte es nicht. Ein Haufe Fran-zosen erregte auf dem Minorirenplatz durch unbefugteWeinforderung einen förmlichen, jedoch bald wiedergestillten Aufstand. Als ein gefangener Landwehrmanndurchs Lichtenthal geschleppt wurde, entstand ein ge-waltiger Auflauf und es wurde sogar auf die Franzo-sen geschossen. Die Gemeindevorsteher wurden zwarverhaftet, und mußte» zu Fuß neben den reitendenGensdarmen in die Lager von Nußdorf und Heiligen-stadr und in das Stabsstoekhaus laufen, wurden aberdoch nach 48 Stunden ivieder entlassen. — Der bey-nahe 6ojährige, gewesene Skadthauptmann BaronSala, wollte mir seinem Sohn im Augarten spazie-ren. Sogleich zwangen ihn die französischen Posten zurArbeit und da er ihnen nicht folgen ivollre, schössensie ihn nieder und hielten den Sohn noch durch meh-rere Stunden zur Arbeit an.
Nachdem Napoleon durch jenen Luftsircich gegen