Band 
Fünfter Band.
Seite
54
JPEG-Download
 

54 Die Zeit v. Zn ai mer Waffenstillstand

und die Reiter mehrmahls über sie hinweggefprengt,um einige Minuten früher oder spater, in tiefen oderjenen Wagen kommen sollte? Die Unrettbaren wur-den selbst von manchen französischen Wundärzten,von den Fiakern, auf denen sie sich doch ein Plätz-chen erkauft oder errungen, herabgeschleudert und ih-rem Schicksal überlasten, manche in den nahen Flußund Sterbende und Unheilbare und Todte, uncer ein-ander in die großen Grube» geworfen, die von herbey-gelriebene» Bauern und von Gefangenen eilig aufge»graben werden mußten, damit dieses reiche Erntefelddes Todes nicht länger seinen verderblichen Pesthauchausathme.

Waren schon am 6. July auf den Hauptplätzenrührende französische Zettel angeschlagen, voll Dankesgegen die Wiener für die Werke der Barmherzigkeit,durch die sie den Jammer der Verwundeten gelindert,so war jene edle Angst noch preiswürdiger, die in denWienern über das Geschick der österreichischenBlestirten und Kriegsgefangenen aufwallte, die sienoch gar nicht zu sehen bekommen hatten. Viele Bür-ger drängten sich mitten durch die Feinde, bis in dieL o b a u, ja bis aufs Schlachtfeld zu ihnen durch,wo sie sie in dem beklagenswerthesten Zustande fanden.Magistrarsrath Leeb und der bürgerliche RittmeisterFleischmann, machten trotz der allgemeinen Noth reich-liche Sammlungen für sie und das in der Folge für siezugerichtete Spital auf der Mauer blieb lang eine be-suchte Wallfahrt für die wohlthätigen Wiener. — AlleErwerbslosen wurden zum Charpiezupfen verwendet