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einem verminderten Umfange mit eingeschränkter Befugnisdie ärztliche Thätigkeit nach einer paffenden Borbildung zugestatten sei, so werde ich mit Ja antworten. Ich halte es näm-lich nicht allein für zulässig, sondern sogar für erwünscht, daßden gebildeten Frauen heilkundige Thätigkeit in einem gewissen festumschriebenen Umfange eingeräumt werde. Nicht die volle freiePraxis des Arztes soll ihnen offen stehen, — aber eS soll derWirkungskreis entschieden umfassender sein, als der einer Kranken-pflegerin, Heilgehilfin, Diakonissin. Ich denke mir ein aufffründlicher ärztlicher Vorbildung beruhendes Wirken,welches sich jedoch auf eine gewisse untere Lphiire zu be-schränken hätte, — das nicht den Arzt ersetzt, wohl aberdenselben wesentlich unterstützt, ergänzt, also etwa an-nähernd das Verhältnis eines klinischen Famulus zumbehandelnden Arzte repräsentiert. In schweren, namentlichakuten Erkrankungen reicht oft ein einmaliger täglicherBesuch oder auch ein mehrmaliger seitens des Arztesnicht aus: hier wäre es Sache der Arzthelferin, ergänzendzu wirken und stets mit Umsicht im Hause bereit zu sein.
Unter den Gebieten für das ärztliche Frauenwirken bezeichneich zunächst das Hebammen-Wesen, welches zur Zeit in einerkeineswegs den gerechten Ansprüchen der Zeit genügenden Ber-fassung sich befindet, in sofern, als in Überzahl ungebildete undunerzogene Personen auf diesem Gebiete thätig sind, Frauen mitmangelhaftem Berstande und oft auch ohne die volle wahre sitt-liche Reife. Hier sollte schnell und gründlich durchgegriffenwerden. Wieviel ist hier nicht allemal für Mutter und Kind indie Hand einer solchen, oft doch höchst zweifelhaften Stütze gelegt.Wenn auch für ärmere Kreise und spärlich bewohnte Gegenden eindem jetzigen gleich geartetes Personal fortwirken mag, oder viel-mehr leider noch fortbestehen muß, weil hier nicht sofort und miteinem Schlage völlig neue Berhältnisse eingerichtet werden können,für größere Städte, dicht bevölkerte Gegenden, kurzum für allesolche, welche eine bessere Unterstützung haben wollen und können,sind Hilfsfrauen zu fordern von guter gesellschaftlicherBildung und zumal von einer höheren medizinischenSchulung. Sicherlich wird man ein solches Personal als