stattfinden kann, eine beschränkte bleiben müssen. Was das Studiumder Medizin insbesondere betrifft, so ist es erwiesen, daß es ein-zelnen Frauen gelungen ist, auch dieses schwierige Fach zu absol-vieren. Aber eine andere Frage ist, ob eine medizinisch gebildeteFrau auch medizinische Praxis mit Erfolg wird ausüben können.Bei Behandlung interner Krankheiten mag dies gehen, nicht aberoder nur in beschränktem Maße in der operativen Medizin, nament-lich in der Vornahme oft sehr schwieriger chirurgischer Operationen.Man glaubt, daß Frauen als Frauenärzte besonders geeignet wären,weil Damen sich solchen Ärzten lieber anvertrauen als Männern.Frauen können gute Hebammen werden, das ist gewiß, allein siewerden bei schwierigen unregelmäßigen Geburten nicht helfen, keineZange anlegen, keine Wendung vornehmen können, weil ihnen diehierzu notwendige männliche Kraft fehlt. Auch in der Gynäkologiegilt es, sehr gefährliche Operationen auf Leben und Tod zu machen,z. B. die Laparotomie oder den Bauchschnitt zur Herausnahme desentarteten Eierstockes oder gar des Uterus.
Sie richteten an mich die spezielle Frage, ob die Frau zumpharmakologischen Studium resp. Berufe befähigt sei? Dieser Zweigder Medizin, wenn man ihn mit Erfolg kultivieren will, erfordertgründliche physiologische Kenntnis; zur Erforschung der Wirkungder Stoffe auf den lebenden Organismus sind zahlreiche Versuchean Tieren und auch am Menschen erforderlich, sogar Vivisektionenunvermeidlich. Solche Arbeiten passen für die Frau viel wenigerals für den Mann.
Hingegen mag die Frau in der Pharmacie, in derArzneibereitnng ein Feld zur Beschäftigung finden. Inden Frauenklöstern haben von jeher Apothekerinnen die Bereitungder Arzneien für die erkrankten Nonnen zu besorgen. Frauen sindmehr an Reinlichkeit, Ordnung und Genauigkeit im Arbeiten ge-wöhnt als die Männer; ich halte sie für geeignet zum Dispensierenvon Arzneien, während sie für größere Arbeiten in den pharma-ceutischen Laboratorien, wozu chemische Kenntnisse gehören, wohlweniger geeignet sind.
Übrigens findet eine Frau, welche sich nicht durch Heirat ver-sorgen kann oder keinen Sinn für die Führung einer Haushaltunghat, hinreichend Gelegenheit zu nützlichem Wirken im Unterricht der