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Ebenso nun, wie die Frauen sich ininier mehr Gebiete fürkörperliche Arbeit erobert haben, ebenso erstreben sie dies heute fürdie sogenannten wissenschaftlichen Berufsarten. Aber mächtig istder Widerstand, der ihnen hier entgegentritt, und jenes Studium,das für die meisten zur Allsübung wissenschaftlicher Berufe Vor-bedingung ist, das akademische Studium, sucht man ihnen vonvielen Seiten unmöglich zu machen. Gründe von anscheinendwissenschaftlicher Natur werden angeführt, um die Ansprüche derFrauen zu bekämpfen. Und doch sind diese Gründe nicht so seltenjeder wahren wissenschaftlichen Grundlage bar. Man haternstlich behauptet, das; wegen des kleineren Hirngewichtes Frauenfür die wissenschaftliche Carriere nicht geeignet seien. Aber wieviele Männer giebt es, die ein bei weitem kleineres Gehirn habenals viele Frauen! Und wie viele Männer haben wissenschaftlichBedeutendes geleistet, obwohl ihr Gehirn keineswegs große Maßeauswies! Es ist durchaus nicht nachgewiesen, daß das absoluteHirngewicht hauptsächlich für die Größe der Intelligenz maßgebendsei. Kein Beweis ist dafür erbracht worden, daß ein Element, dasVorbedingung für die Intelligenz ist, bei dem weiblichen Ge-hirne fehle.
Gewiß wird der heutige Unterricht, wie er auf vielen Mädchen-schulen erfolgt, keine Vorbereitung für das akademische Studiumsein. Es werden die Frauen, wenn sie sich dem akademischenStudium zuwenden und dies mit Erfolg thun wollen, auch eineandere Vorbereitung durchmachen müssen. Daß aber, wenn fürgute und genügende Lehrkräfte gesorgt wird, Mädchen füreine solche Vorbereitung untauglich seien, das kann dochniemand behaupten. Nach den gegenwärtigen Gesetzen und dennoch vielfach herrschenden Anschauungen wird ja gewöhnlich fürdie Vorbereitung zum akademischen Studium der Gymnasial-nnterricht erforderlich sein. Ich will hier gar nicht die Frage er-örtern, ob wirklich der Gymnasialnnterricht für das akademischeStudium die Bedeutung hat, die man ihm heute beimißt. MeinerAnsicht nach ist es durchaus nicht nötig, daß man beispielsweisefür das Studium der Medizin alle die grammatikalischen Feinheitender griechischen und lateinischen Sprache kenne, die einen so großenTeil des Gymnasialunterrichts einnehmen. Bei allem Genuß, den