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Johann Gottfried Jugels natürliche Berg-Schmelz- und Figier-Kunst : in drey Theilen abgefasset, deren I. Theil von der Natur aller wesentlichen Kräfte des mineralischen Reichs, der II. von dem Bergwesen und der Beschaffenheit der Metalle und Mineralien, der III. aber, wie dieselben untersuchet, ihrer Natur gemäss geröstet und geschmelzet werden sollen, handelt
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Erfundene Experimente ic.

345 Mercurium vixum und engliſch Zinn , jedes gleich vielgenommen, das Zinn im Schmelz ⸗Tiegel geſchmolzen,

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unb wenn es erkalten will, Níiercurium darein gethan;(o wird ein Amalgama daraus. Dieſes mit gleich vielgereinigtem Salpeter unter einander gerieben, und wieder amalgamiret, das ſchnelle Fluß-Pulver daruntergerieben, in einem Schmelz- Tiegel in freyer Luft angeszuͤndet, und dieſe Maſſe capelliret, das Silber in Aquafottis geſchieden; fo erlanget man Gold und Süber,welches die Muͤhe bexablet.Schwefel ein Theil, Weinſtein zwey Theile, Salpeterdrey Theile, metalliſchen Kalk ein Theil, vermuſchet, undange zuͤndet, giebt die ſchnelle Fixation oder das berufen?trockene Waſchwerk.Salmiac in Stuͤcken gebrochen, wie Muſcaten⸗Nuͤſſegroß, und ſolche mit einem Teige von lebendigem Kalkund Eyweiß vermenget und trocknen laſſen, alsdann ineinen Schmelz-Tiegel mit lebendigem Kalk ſtratificirct,in ein Jirkel-Feuer geſetzet, und alle Vierthelſtundennäher hinzugerückt, den Tiegel endlich mit Kohlen bede(t, und eine halbe Stunde aifo ſtehen laſſen und erakalten, das Pulver vom Kalk davon geinacht, den Sal-míuc im Waſſer ſolviret und coaguliret, dann im Kellerzum Oehle fließen laſſen.Mercurium fuetiiatum acht Loth, klein gerieben, incinen Schmelz-Tiegel gethan, und darauf ein Pfundgeſchmolzen Zinn gegoſſen, wohl unter cinander geiugret, und weun es erkaltet, auf einem reinen eiſernenBleche im Keller zum Liquor fließen laſſen.

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