Band 
Hundert und vier und dreissigster Theil, welcher die Artikel Salz (Magnesium) bis Salzquellen enthält.
Seite
489
JPEG-Download
 

489

Salzäther.

Die concentrirte Schwefelsäure, Salpetersäureund salpetrichte Säure äußern bei der gewöhnli-chen Temperatur keine merkliche Wirkung aus die-sen Aether. Bei einer hohen Temperatur zersetzensie jedoch denselben und scheiden Salzsäure ab.Die gasförmige opidirte Salzsäure thut dies schonbei einer niedrigen Temperatur.

Wenn man Axthergaö durch eine kirschroth-glühende Röhre hindurchgehen läßt, so setzt sichfast keine Kohle ab; es entwickelt sich aber sehrviel Salzsäure, gerade so viel, als bei der Bil-dung des Aetherö verschwand, zugleich entweichteine bedeutende Menge einer gasförmigen Flüs-sigkeit, welche empyreumatisch riecht, schwer brennt,ein beträchtliches specifisches Gewicht hat und ge-wiß viel Kohle enthält. Der Versuch bot, beieiner höheren Temperatur angestellt, große Schwie-rigkeiten dar. Es setzte sich eine so große MengeKohle in die Röhre ab, daß diese fast in demAugenblick, als der Versuch angestellt wurde, sichverstopfte, nnd darin erfolgte eine sehr lebhafteDetonation und der Versuch war vereitelt. Wassich hierbei bemerken ließ, war die Entwickelungeiner bedeutenden Menge Salzsäure; die Gasar-ten, welche erhalten wurden, waren nicht so schwer,wie bei einer niedrigen Temperatur, sondern sehrleicht und brannten auch mit großer Leichtigkeit.

Alle diese Versuche klären keineöweges das,was bei der Bildung des Salzäthers vorgeht,auf. Thenard stellt folgende zwei Hypothe-sen auf:

Man kann annehmen, daß sich bei derBildung des Aethers die »»zersetzte Salzsäuremit dem unzersetzten Kali verbunden habe; dannist es aber auch denkbar, daß die ganze Säure,

Hh 5 inso-