Nachtrag zu den Salzen. 773
acuten Krankheiten, besonders gleich nach der Kri-sis krystallinisch niederschlagt, eine eigenthümlicheSubstanz enthalte, welche er wegen der Rosenfarbe,mit welcher sie zuweilen erscheint, rosenfarbigeMaterie nannte und späterhin für eine Säureerklärte. Vauquelin, Vogel und John fan-den dieses durch ihre Versuche bestätiget.
Um diese Säure zu gewinnen, wird der erswähnte röche Satz mit etwas Wasser von demanhängenden Harnextracte befreit, getrocknet undso lange mit Alkohol digerirt, als derselbe von derrückständigen Harnsäure, deren Verbindungen unddem phoöphorsauren Kalksalze noch etwas auflö-set. Nach Verdunstung des Weingeistes bleibtdieselbe zurück. Sie erscheint nach John iirForm eines sehr rothen Pulvers, das in trocknet:Luft unveränderlich ist, sich aber in feuchter Luftgern zusammenballt. In kaltem Wasser ist siesehr schwer, um so leichter aber in heißem Wasserund heißem Alkohol auflösbar. Die Auflösungröchet das Lackmuspapier. Die concentrirte Schwe-felsäure verwandelt sie in ein dunkelroches Pulver,löset sie auf und daraus schlägt sehr wenig Was-ser weiße Harnsäure nieder. Die schweflichte giebtdamit, nach Vogel, eine carminroche, nach demAustrocknen an der Luft unveränderliche Materie.Zur Salpetersäure verhält sie sich wie Harnsäure.Mit dem Kali, Natrum, Baryt und Kalk gehtsie, unter Entwickelung von Ammonium, Verbin-dungen ein, die auflöslich sind, allein nicht zu kry-stallisiern scheinen.
Die wässerige Auflösung fallt Bleyzucker-auflösung rosenroth, Goldauflösung violett undSilberauflösung braun und dann bouteiüengrän»Sie scheint sich mit der reinen Harnsäure sehr in-nig zu verbinden, und weil diese Verbindung wie
Ccc 3 reine