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Sammet.
Die Benutzung des Sammetes ist allge-mein bekannt, er dient nicht nur zu Kleidern, sondernauch zu Ueberzügen der Wagenkiffen, SophasJLtühle,zur Austapezrerung der Prachtzimmer in den Schlös-sern undPallästen derGroßenie. Wie sehr der Sam-met zu Anfange des l6ten Jahrhunderts in Deutsch-land geschätzt wurde, geht daraus hervor, daß KaiserKarl der Fünfte, als er eines Tages seine Armee com-mandirke und es stets zu regnen anfing, seinen Sam-methut, der von dem ersten in Deutschland verfertig-ten Sammete gemacht worden war, unter seinen Man-tel nahm und, um den Hut zu schonen, im bloßenHaupte fortkommandirte. Hierzu macht Jemand diescherzhafte Bemerkung, daß in unsern Tagen dieKutscher an Gallatagen sammetene Hosen tragen undsie unbekümmert beregnen lassen. So sehr der Sam-met ein kostbares Zeug ist und in den verwichenenJahrhunderten auch von Standespersonen männli-chen Geschlechts zu Kleidern, als Leibröcken, Westenund Beinkleidern, getragen wurde, so hat er doch auchoft auf dem gewöhnlichen Schauplatze oder vielmehrTummelplätze der eleganten Welt der Mode weichenmüssen, obgleich er immer in den Sälen der Großenbei feierlichen Gelegenheiten sein altes Recht bei denFrauen bis auf den heutigen Tag behauptet, indembei Beilagern und andern Hof - Ceremonien immernoch die Damen in reich gestickten sammtenen Robenvon verschiedenen Farben, als carmoisin, rosa, him-melblau, apfelgrün rc. erscheinen und so das Fest auchdurch den äußeren Glanz, den sie verbreiten, verherr-lichen. Freilich hat der ächte Sammet auch denStellvertretern, dem Plüsch und späterhin demManchester weichen müssen, welche Artikel, beson-ders der letztere, jetzt am gebräuchlichsten den Nichbkenner täuschen und so oft für Sammet auf dem gro-ßen Weltmärkte pasfiren; auch ist der Preis um ein
heben-.