Aeoluöharfe. Z7
gesetzt, sobald dieser durchzieht, ertönt das Instrument.Die tiefsten Töne sind die obigen Einklänge; wie sich aberder Wind erhebt, so entwickelt sich eine solche Mannigfal-tigkeit entzückender Töne, die alle Beschreibung übertrifk.Eine Saite bringt zuweilen sieben, auch acht verschiedeneTöne hervor, und zuweilen mehrere zugleich. Herr O.Quandtin Niesky hat der Aeolsharfe eine etwas ande-re Einrichtung gegeben, die?r in der Lau sitzt scheu Mo-natsschrift, November, 1795 beschreibt. Ersetzte'die Saiten de§ Instruments dircct dem durchs Fenster kom-menden Zuge aus, und verfuhr folgendermaaßcn mit dembesten Erfolge. Einem z bis 4 Schuh langen, 7 Zollbreitlen, und 5 Zoll tiefen Kasten von lrockncni Fichtenholz? gab«r «ine Resonanzhecke von dünnem Tannenholz«, auf die er8 Darmsaiten, von der Dicke der ^ Saite auf der Geige,iiber zwey am schmalen Ende des Kastens befindliche, nie-drige, aber scharfe Stege spannte, uud bie Saiten imEinklang (unilvrro) stimmte. Die Hintere Seite des Ka-stens ließ er offen und unbedeckt, indem er fand, daß hier-durch der Anspruch erleichtert, und der Ton lauter wurde.Dies simple Instrument stellte er nun der Läüge »ach senk-recht auf die Fensterbank, die Saitenoberflache schräg demIr bis 2 Zoll geöfncten Flügel eines Fensters ohne Fenster-kreuz, das nach der Windseite zulag, zugekehrt, so daßderWind ohngefähr unter einem Winkel von 142— izo Gradauf die Saiten stieß, und beförderte den Zug durch Hefnungder Stubenthüre. So wie der Wind sich erhob, entstan-den entzückende Töne. Bald war es Ton der Orgel, baldder Harmonika, bald der Geige, Flöte, bald entfernterGesänge, bald Harpeggio der Harfe. Das astmaliche ste-te Anwachsen des Windes verursachte das schönste, oftMinuten lang immer schwellende (7l-cscenclo ; das llesci-c;-csnäo erfolgte meist schneller. Der schwächere Wind erregtmeist den Grundton; der stärkere Quinte und Ockavc, auchgroße Terzie, also den vollen Drcyklang so rein, als ihnkein menschliches Gehör auf einem andern musikalischen In-
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