Band 
[Zweyter Theil.]
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Balfamirung.

1792. Nr» 148. S- n?8. — In spätern Zeilen balfa-nilrlcn auch die Juden in Aegyplen viele Leichname mitMyrrhen, Aloe, Gummi und andern Harzen, trocknetendann dieselben im Ofen, und verkauften sie für ächre Mu-mien , als Seltenheiten in Naturalicnkabintte. Sie habenso ziemlich daS Ansehn der ächten Mumien, aber nicht dpnköstlichen Geruch, und sind blos Produkte der speculirendenGewinnsucht, deren zuweilen jährlich drey bis vier TausendCcnlner am Gewicht über Aicxandricn nach Marseille ka-men. Die Engländer verstanden daS Einbalsamircn bereitsiin iHten Jahrhundert, denn der Leichnam deS KönigS Jo-hannes wurde 1^64 zu London einbalsamirt, und dannnach Frankreich abgeführt; st Juvenel de Carlcn-cas Geschichte der schönen Wiss. und freyenKünste, übersetzt von Joh. Erhard Kappe.1752. 2. Th ;o. Kap. S. ^>2. 41z. In der Mitte des>7len JahrbunderrS machte sich ein gewisser Ludwig deBits zu Hcczogenbusch durch eine von ihm erfundene be-sondere Art, Leichname zu balsamiren, berühmt. Er be-reitete Leichen, wenn sie auch an inneren Geschwüren gestor-ben, ja schon in einen Anfang von Verwesung übergegan-gen waren, so, daß sie ohne den geringsten üble» Geruchmehrere Monate lang, selbst bey starker Sonnenhitze, öf-fentlich zergliedert werden konnten, und dabey eine vollkom-mene Biegsamkeit und natürliche Beschaffenheit aller Thei-le zeigten, auch den Zergliederet bey Zerschneidung der Ge-fäße, durch ausfließeiidts Blut nicht hinderten. Theileund ganz kleine Körper nach seiner Art bearbeitet, warennicht nur so gut, als unverweßlich, sondern erhielten auchihre natürliche Gestalt und Farbe aufs möglichste. Lud-wig dc Bits starb 1669, und hinterließ das Geheim-niß seinen Erben; von diesen kam eS an den verstorbenenD Couradi in Leiden, und die Beschreibung desselbenfindet sich in de» neuesten nordischen Beytragenzur physikalischen und geographischen Erd-,nd Bötterbeschreibuag, Naturgeschichte und

Seko-