Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
58
JPEG-Download
 

58

Barbieren.

die Insel Macris oder Abantis, die jetzt Negropont heißt,begab. Bey ihren Kriegen wurden sie mit dem Feinde gernbandgemcm, bemerkten aber bald, daß ihnen die Haaream Vsrderthcil des Kopfs im Streite hinderlich waren, weilder Feind sie leicht dabey fasse» konnte. Dieß bewog sie,das ganze Dordcrthcil des Kopfs zu bescheren;

I/kae/. si^. D-iß der Bart auch mit darunter begriffenseyn mußte, kann man daraus schließen , weil sie der Feindbey,.dem Barke am ersten fassen konnte. Der Krieg gab al-so die erste Veranlassung zum Abschere» des Barts. Auseben diesen kriegerischen Ubsichrc» befahl Alexander derGroße seine» Generalen, daß die Maccdonier ihre Bärteabschere» sollten; Un ivccsak - Lexicoi, til. S.j 5;r.Dionysiu 6 l. Tyrann von Sicilien, der 457 n. R. Erb.noch lebte, und ein Sohn des Her in 0 erstes war,fürchtete sich vor seinem Barbierer, daher er sich seinenBart selbst niil glühenden Kohlen abbrannte. Lr>c,-o LrL.II. ,/e OKor/r, 7. Aus Griechenland kain das Bar-bieren bald nach Italien; in, Jahr 454 nach Erb. d. Gt.N. brachte Publins Ticinius Mena die ersten grie-chischen Barbieret aus Sicilien nach Rom;

IIü. II. Das tägliche Barbieren führte

Afrika nus der jüngere ein; IVr>. Hf/?. Har. L/ü. t^Ik.

Zur Zeit des Augustus waren die Barbicrstuhe»eben so, wie noch zu Anfange des ,8ten Jahrhunderts derOrr der Zusammenkunft ehrbare! Personen. Der vergöt-terte August bediente sich stets der Schermesscr, welcherSitte such die übrigen Kayscr folgten, bis auf den Adri-a n u S, der zuerst den Bart wieder wachsen ließ; Oro. OALX^III. 777. Zu des ? acituS Zeit dcfchnitten schondie Deutschen ihre Bärte, denn dieser Schriftsteller erzählt,daß die jungen Leute bey den Culten den Bart si> lange wach.sei, lassen mußten, bis sie einen Beweis ihrer Tapferkeitgegeben hatten, alsdann schoren sie ibn ab, und folglichwar der Bart damals ein Zeichen eines Furchtsamen undWeibischen; Hftne ak ca/1. F,. Es ist. nicht

unwahr-