Band 
[Zweyter Theil.]
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207
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Bernstein. 207

niz ist es ausgemacht, daß aller Bernstein eigentlich inder Erve liegt, und man findet ihn, wrc man nunmehr durchwirklichen Schachtbau ersehen, inPrcußen in drey verschiedenenFlötzen, und man erhält hierdurch viel größere Stücken, alSbeym Fischen desselben. Es istalsodervcgetabilische Ursprungdesselben nun durch die Erfahrung dargclhan. Herr Girtan-ncr gericth bey seiner Reise auf die Schwcitzergebürge aufden Gedanken, daß der Bernstein zum Theil ein thierischesProdukt, eine Art von Honig oder Wachs sey, welches diegroßen rothen Ameisen gemacht hätten. Diese Ameisenhalten sich in den großen Tannenwäldern der Alpen auf,und da man den Bernstein mehrcntheilS an den Stellen ehe-maliger Tannenwälder findet: so halt ihn Herr Girtan-ncr ursprünglich für ein Tanneiiharz, welches durch bi«Säure der Ameisen zu einem zähen Körper geworden sey;I. F. Halle Fortgesetzte Magie. I. 1788. S-466.Herr Pros. Hasse in Königsberg behauptete in einerSchrift: Der wieder gefundene Ertdanus, daßder Bernstein durch eine Feuer-Revolution entstanden wäre,wogegen aber der Herr O. und Professor Hagen, einerder berühmtesten Naturforscher und Chemiker unsrer Zeit,bey Gelegenheit einer Doctvrpromdtion, in einer Rede,aus physischen und chemischen Gründen zeigte, daß derBernstein durch eine Feuer-Revolution nicht entstandenseyn könne; s. Allgem. Literar. Anzeiger. 1796.Nr. 42. S- 479. Die Alten sollen es verstanden haben,dem aufgelößten Bernstein seinen hellen durchsichtigenGlanz zu erhalten, und im t7ten Jahrhundert wußte ihnein Künstler in Königsberg so zu bearbeiten, daß Brillen,Fern - und Brenngläftr daraus gemacht werden konnten.Im i^kcn und i6kcn Jahrhundert wurde der Bernstein vo»allen Nationen sehr gesucht und in alle Weltgegenden ge-schickt. Die größte Quantität gieng jährlich nach Vene-dig, von da in die Tückey und zu den Mohren, die ih«wegen seiner Heilkraft am meisten schätzten. Die Antwer,pischen Kaufleute besuchten seines Einkaufs wegen Preußen

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