ro6 lBlutlauge.
sie aus Säuren gefällten Cisenkalke leine dunkelblaue Farbemitzutheilen, unv ihn als Berliuerblau darzustellen. Demfeuerbeständigen sowohl,, als dem flüchtigen Alkali kanndiese Eigenschaft auf verschiedene Weise gegeben werden.Das milde Gewächslaugensalz erhielt dieselbe anfangs zu-fälliger Weise, als Dtppel zu wicderholtciimalen sein thie-risches Oel darüber abzog. In der Folge ertheilte man siesowohl diesem« als dem reinen Sodasalze oder milden Mi-neralalkalt, durch das Brennen mit wohlgetcocknetkiiiRinds-blute, Da man anfangs nur das Blut zur Bereitung derphlogististrten Lauge anwandte, so erhielt sie den NamenBlutlauge. Man fand aber gar bald, daß auch anderethierische Dinge, z, B- Fleisch, Wolle, Leder, Klauen,Horn, gebranntes Hirschhorn, Knochen, Seide, Rinds-haare, ja sogar Erdharze, Holzruß, Weinrebenkohleu,Trüffeln, Mecrschwamm, mancherley Baum-und Crd-schwämme, Holzkohle mit zugesetztem Saliniakc, ja auchyhne denselben, ferner ätherische fette, thierische und vege-tabilische brandige Oele. wie auch der kohlenartige Rück-stand- der destillirken vitriolsaoren Kampferauflösung, wennsie mit feuerbeständigen Laugensakzen gebrannt, und dannnoch heiß mit Wasser ausgelaugt werden, eine phlogistisirteLauge geben, die jedoch meistens weder einen so schönen,noch einen so dauerhaft blauen Eiscnnicderschlag, als dieeigentliche Glutlauge bewirken können, Die gemeine Blut-- lauge ist mit der färbenden Substanz nie vollkommen gesät-tigt, sondern noch immer laugcnsqijlcht. v.m eine gesättigtephlogistisirte Lauge zu erhalten, digerict oder kocht manaufgelöstes reines Gewächslaugeiisalz oder auch BlutlaugeÜber Berliuerblau so lange, bis sie keine alkalischen Eigen«genschaftcn mehr zeigt, Da das Berlinerblau von den Lau-gensalzcn seiner Farbe beraubt wird, so laßt sich die Sät-tigung der phlogistisirte» Lauge daraus leicht einsehen, daß-ie zuletzt in die Lauge geworfenen Stücke Berliuerblau ihreFarbe bebalten. Man nennt diese mit dem ausgezogenenFarbenstoff des Berlinerblaues gesättigte alkalische Feuchtig-keit,