Band 
Eilfter Theil, die Buchstaben R und S enthaltend.
Seite
53
JPEG-Download
 

Regenbogen.

S3

Regenbogen ist ein Meteor, welches aus einem farbigenKreisbogen besteht, der sich in den Regenwolken zeigt,wenn sie von der Sonne beschienen werden, und alsdanngesehen wird, wenn der Zuschauer die Sonne im Rückenhat und das Gesicht gegen die regnende Wolke kehrt.Dieses Meteor laßt sich aus den erwiesenen Gesetzen derBrechung, Zurückwcrfung und Farbenzerstreuung mitHülfe der Mathematik erklären.

Aristoteles * berichtiget schon einige irrige Satzeseiner Vorgänger in Rücksicht des Regenbogens, z. B.daß es keine Mondrcgenbogen gebe. Er zeigt, daß einkünstlicher Regenbogen erscheine, wenn man mit Rudernins Wasser schlage oder sonst Wasser herumspritzo, undden Rücken gegen die Sonne kehre. Er zahlt aber nurdrey deutliche Hauptfarben und halt den Regenbogen füreine Menge unvollkommncr Sonnenbilder, welche nurFarben zeigten, weil die Tropfen zu klein waren, umsichtbare vollkommene Bilder zu machen.

Seneca ^ hielt den Regenbogen für ein einzigesverzogenes Sonnenbild, das von einer hohlen und was-serichten Wolke, wie yon einem Spiegel, zurückgeworfenwürde.

Vitellio nimmt in seiner Optik ^ bey der Erklä-rung des Regenbogens außer der Zurückwerfung aucheine Brechung der Strahlen an, die er aber blos als ein, Mittel ansieht, das Licht dem Auge empfindbarer zu ma-chen. Er zahlt auch nur drey Farben des Regenbogensund giebt zuerst eine Bestimmung des Halbmessers. Ergedenkt auch, daß ein rundes Glas mit Wasser im Son-nenscheine ein Farbenbild auf den Boden wirft, halt aberdiese Farben nicht für Regcnbogenfarben, weil ihre An-zahl verschieden sey, und man sie nicht durch zurückge-worfenes Licht, wie beym Regenbogen, sehe. Er be-merkt dabey nicht einmal, daß die runde Gestalt desGlases nichts zur Sache thut.

Porta