58
Regenschirme.
erst in ein Behältniß und dann nach Gefallen in das ei-gentliche Gemäß, das im Kabinett steht, leitet. Es istauch eine Vorrichtung zur Aufthauung und Abmessungdes Schnees und Hagels dabey angebracht.
Um die Menge des gefallenen Regens stundenweise zuerfahren, hat Hr. A 4 . Chr. G. Herr mann, Pastorin Cammcrswalde im Sächsischen Erzgebirge, eine artigeEinrichtung angegeben, und solche 1789 bekannt ge-macht. ^ Zwölf gewöhnliche Hyetometer, nämlich Fla-schen mit ausgesetzten Trichtern, von gleicher Oberfläche,sind auf einer Scheibe in einen Kreis gestellt. DieseScheibe ist um ihren Mittelpunkt beweglich, und wirdmit einer Schlaguhr so verbunden, daß sie alle Stundenum ^2 des ganzen Umkreises fortgerückt wird. Dieganze Vorrichtung bedeckt ein unbewegliches Dach, wel-ches nur an einer Stelle so weit ausgeschnitten ist, daßunter der Ocffnung gerade ein Trichter unbedeckt stehenkann, die übrigen cilf aber vom Dache bedeckt bleiben.Die Uhr bringt also alle Stunden einen andern Trichterunter die Oeffnung, und so sammelt sich in jeder Flaschenur so viel Wasser, als in der Stunde, da sie frey stand,auf den Trichter gefallen ist. Die Flaschen sind mit denZahlen der Stunden bezeichnet; man kann also amMorgen sehen, wie viel es die Nacht über in jeder Stundegeregnet hat.
1 . kliilol. 3?ransacr. n. 208. p. 51. 2. InNruments IVIeteo-roZnoligs ir,r>!rvientis. witek. 1725. c. 6. 3. kllilot.Mranract. 1744. n. 473. 4- Mechanischer verbesserter Wind-,Regen - und Trockenheilsbeobachter- Freyberg und Anna-berg. 178t- 8.
Regenschirme sind erst ein Jahrhundert alt. Die Erstenwaren von Wachstuch. ^ Vorher waren die Negentü-cher gewöhnlich. Im Jahr 1649 wurde den Frauen-zimmern in Nürnberg verboten, bey Hellem Wetttr undSonnenschein Regentücher zu tragen, welches Verbot
1655,