Tapeten.
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Seit dem Jahre 1410 wurden die leinenen Tapetenübermalt, statt daß man, wie ehedem, die historischenVorstellungen hatte hineinwirken sollen; denn Johannvon Eyck aus Brügge brachte die altdeutsche Kunst,mit Oelfarben zu malen, zur Vollkommenheit. Eyckschickte seine meisten Stücke dem Könige Alp hon sus V.von Sicilien und dem Herzoge von Urbino. Man trifftnoch heut zu Lage in den niedern Kreisen Deutschlandseine ungeheure Menge Tapeten an, die mit dergleichenMalereyen geziert sind.
Die ledernen Tapeten sind auch ziemlich alt, aber jetztganz aus der Mode gekommen; man trifft sie noch hinund wieder in altmodisch meublirten Zimmern an. Manschreibt ihre Erfindung den Spaniern zu. Die erstenTapeten von vergoldetem und versilbertem Leder, die manzu Paris sah, sollen in Flandern, Holland und Englandgemacht worden seyn.
Papiertapctcn wußten die Sineser schon seit un-denklichen Zeiten, vermittelst verschiedener hölzernerPlatten und zwar mit Wasserfarben zu drucken. InEuropa sind unter den Papiertapeten die bestaubten, dieeinem Plüsch ähnlich sehen, die ältesten. Man verfertigetsie auf folgende Weise: es werden erst Zeichnungen aufdas Papier gemacht, die man mit Leim bestreicht unddann klare gefärbte Wolle darauf siebet. Nach dem Pri-vilegium, welches König Karll. von England r6Z4 demJerome Lanyer über diese Arbeit ertheilte, soll die-ser Lanyer die Kunst erfunden haben, Wolle, Seideund andere Materialien von verschiedenen Farben, aufLeincwand, seidene Zeuge, Cattun, Leder und andereSachen mit Oel, Kütt oder Leim zu befestigen. In derFolge wandte man diese Kunst aufs Papier an. DerFranzos T i er ce behauptet aber, daß derFranzos Fra n-cvis zu Roucn schon 1620 und i6zo dergleichen Ta-veten verfertiget habe, und daß diese Kunst erst durchFranzosen, die wegen der Religion nach England flüch-
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