Verwandtschaft.
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Kreide, mit der er zuvor verbunden war, in krockierGestalt zu Boden fallen. Man drückt sich hierüber soaus, daß man sagt: die Essigsaure zeige Verwandtschaftgegen beyde Stoffe, aber sie sey naher verwandt mit demLaugensalze, als mit der Kreide oder Kalkerde. DieseVerwandtschaften lassen sich als besondere Modifikationender Attraktion bey der Berührung ansehen. Die wahreUrsache dieser Erscheinungen, so wie der Mechanismus,wodurch diese Veränderungen bewirkt werden, sind nochbis jetzt unerforscht,'chc Räthsel. Die Phänomene derVerwandtschaften sind indessen so mannigfaltig, daßman sie in verschiedene Klassen geordnet und deswegenmehrere Arten der Verwandtschaft unterschieden hat.Wenn sich diese Verwandtschaft zwischen ungleichartigenKörpern zeigen soll, so muß wenigstens einer von beydenim flüssigen Zustande seyn. Ist nun die Flüssigkeit deSeinen Körpers oder beyder schon bey der gewöhnlichenTemperatur der Atmosphäre vorhanden, so sagt man:die Verwandtschaft zeige sich auf dem nassen Wege; wirdsie hingegen erst durch Schmelzung mit Hülfe des FeuerSbewirkt, so zeigt sich die Verwandtschaft auf dem trock-nen Wege. Beyde Verwandtschaften folgen verschied-nen Gesetzen, weil bey der letzteren der Warmcstoff alsZwischenmittcl mitwirkt. Stoffe, die einander anhän-gen oder einander auflösen, setzen Verwandtschaft voraus.Den Namen der aneignenden Verwandtschaft hat Henkelzuerst aufgebracht; er bezeichnet die Verbindung zweyerStoffe, die keine Verwandtschaft mit einander haben,vermittelst eines dritten Stoffs, der mit beyden ver-wandt ist. ^
Stahl und Henkel legten den ersten Grund zurichtigern Begriffen von der besondern Verwandtschaftder Stoffe; dann unternahm es Geoffroy im Jahr1718 zuerst, die Wirkungen der vorzüglichsten Verbin-dungen und Zersetzungen der Stoffe in eine Tabelle zu
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