14 Segnen.
Dusch. (4) Böses wünschen; fluchen, lästern, viel-leicht auch, weil man dazu ehemals das Zeichen desKreuzes mißbrauchte; eine veraltete Bedeutung,welche aber noch in der Deutschen Bibel vorkommt.Du hast Gott und dem Könige gesegnet,1 Kön. 21, 10. Er wird Dich ins Angesichtsegnen. Hiob 1, 11. (5) Mit dem Zeichen desKreuzes feierlich die göttliche Gnade ankündigen undmittheilen. So segnete der Geistliche in derKirche das Volk, wo es denn auch von allenfeierlichen Ankündigungen künftiger Glückseligkeitgebraucht wird, wenn solche gleich nicht mehr mitdiesem Zeichen verbunden ist. So segnet einsterbender Vater seine Kinder. In nochweiterer Bedeutung für gutes Wünschen überhaupt,doch nur in der biblischen Schreibart. Manschilt uns, so sagen wir. 1 Cor. 4,12.
3. Figürlich, die diesem Zeichen zugeschriebeneWirkung hervorbringen, wo es eigentlich von Gottgebraucht wird, der diesem Zeichen des Kreuzes, wieman in der Römischen Kirche glaubt, diese Kraftmittheilt. Es bedeutet hier überhaupt, den Mensch-lichen Bemühungen alles das Gute in reichem Maaßeertheilen, welches sie zu erhalten suchen, daher dennguter Erfolg, Gedeihen, Vervielfältigung des Ver-mögens rc. gehören. Gott segne ihr Bemü-hen, er lasse dasselbe einen guten Erfolg haben.EinengesegnetenAusganghaben, einen vonGott veranstalteten guten AuSgang. Mit Gesund-heit, mit zeitlichen Gütern, mit Kindern gesegnetseyn. Ein gesegneter, von Gott beglück,ter Mann. Gesegnetes Leibes seyn, einanständiger Ausdruck für schwanger. Im Scherzbraucht man es auch von Dingen, welche nicht alsein Gut betrachtet werden können. Mit Fehlerngesegnet seyn, viele Fehler haben.