16 Sehegans. Sehen.
Sehegans, im Hollsteinischen eine Benennung desSeeteufels.
Sehen, ein unregelmäßiges Zeitwort, welches in dop-pelter Gestalt üblich ist. 1. Als ein Zeitwort derMittelgattung. 2. Eine gewisse Gestalt haben, wel-ches durch ein Beiwort ausgedrückt wird. Wennihr'fastet, sollt ihr nicht sauer sehen. Match.6,16. einesauereGestchtSbildung annehmen. Warumsiehst Du so scheel? Match. 20, 10. DieJungfrauen sehen jämmerlich. Kap. 1, 4. Blaßsehen. Es sieht wie Wein. Die Farbesieht grünlich. Sie sehen ja ganz verdrießlich.Gell. Jeßt sehen sie so fein rothbäckig wieein Borstorfer Aepfelchen, Weiße. In die-ser Bedeutung ist es nur im gemeinen Leben und inder vertraulichen Sprechart üblich, besonders in Meistsen, obgleich auch dafür aussehen üblich ist. Nurin den Redensarten ähnlich sehen, gleich sehen,ist es überall gebräuchlich. Er sieht Dir sehrähnlich. Der Tomback sieht dem Goldegleich.—2. Eine gewisse Richtung haben, eineBedeutung die im Oberdeutschen üblicher ist, als imHochdeutschen. Die Spitzen der Berge sahen amsiebenten Tage hervor, 1. Mos. 4, 5. Die Fen-ster sehen aufdie Gasse. Das Land siehtgegen Morgen.
2. Als ein thätiges Zeitwort, ob es gleich hier ab-solute und in Gestalt eines Zeitwortes der Mittel-gattung steht, vermittelst des Auges empfinden, sichdas Bild einer Sache vermittelst der Strahlen, dieaus derselben in das Auge fallen, vorstellen. 1. Ei-gentlich. Sowohl absolute und in Gestalt einesNeutrums. Ich sehe nicht. Vor dem Nebelkann man nicht sehen. Er sieht nicht gut, hatein blödes Gesicht. Wenn ich anders rechtsehe. Meine Augen sehen nicht so weit.