80 Seide und Seidenbau. .
gens versieht es sich von selbst, daß das Unkraut fleißigausgejätet werden muß, damit die jungen Pflanzen nichtunter demselben ersticken. Sobald die jungen Pflanzensich zeigen, werden sie gelichtet, das heißt, die schwachen,beim Dichtzusammensiehen, ausgezogen, so daß zwischenzwei Pflanzen ein Zwischenraum zwei bis drei Fingerbreit ist; denn würde man dieses unterlasien, so würdendie Wurzeln der jungen Pflanzen nicht die gehörige Fe-stigkeit erlangen. Wenn der Boden um diese Zeit etwaszu zähe seyn sollte, so muß man vorher das Beet begie-ßen, ehe man die überflüssigen Pflanzen auszieht, damitdie bleibenden Bäumchen nicht verleht werden. So-bald die Wurzeln der bleibenden Bäumchen die gehörigeFestigkeit erhalten haben', muß das Erdreich zwischenden Pflanzenreihen aufgelockert werden, damit dasWachsthum der Pflanzen um so rascher vor sich gehe.Vor dem Einteilte des Winters müssen die Samen-beete mit Laub bedeckt werden.
Von der Fortpflanzung des Maulbeer-baumeS durch Ableger, Stöpflinge oder *Stecklinge und durch Wurzelsprossen. Inder Gegend von Verona und auch in Deutschlandzu Manheim und Schwehingen wird der Maulbeer-baUm durch Ableger mit sehr gutem Erfolge fortge-pflanzt, und Herr von Türk räth an, Liese Me-thode auch bei uns zu versuchen. Man macht dieseAbleger, nach Haumann, auf folgende Weise. DerMaulbeerbaum pflegt, besonders wenn er älter wird,Und oben abzusterben ansängt oder auch wenn man ihnals Heckenstrauch zieht und jährlich oben beschneidet,unten am Stamme Reiser oder Sprößlinge än auszu-treiben. Diese Sprößlinge muß man nun nicht ab-schneiden, sondern wenn sie ein oder zwei Jahr alt undhinreichend groß sind, gräbt man entweder im Spät-herbste nach dem Abfallen des Laubes, oder im Früh-ling, vor dem Ausbrechen der Knospen, gerade unter